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Hintergrund und Geschichte

Die zwölf Puzzleteile, aus denen dieses Spiel besteht, sind ein kleines mathematisches Wunderwerk und ein schönes Beispiel für die Eleganz der Zahlen.
Wenn man es genau betrachtet, setzt sich jedes Teil aus sechs gleich großen, gleichseitigen Dreiecken zusammen.
Es gibt exakt zwölf verschiedene Möglichkeiten, wie sechs solcher Dreiecke miteinander verbunden werden können und 156 verschiedene Möglichkeiten, aus den zwölf Teilen eine Raute zu bilden.
Willem de Poel, Professor für Informatik an der Universität Delft und Sammler von Puzzles und Denkspielen, entdeckte während seiner Studienzeit in Cambridge als erster die zwölf Kombinationen aus sechs gleichseitigen Dreiecken, und die Möglichkeit mit ihnen „Überfiguren“ wie den Rhombus zu bilden. Seine Entdeckung wurde 1950 in einer mathematischen Fachzeitschrift veröffentlicht.
Es gibt auch einen Namen für alle Arten von Verbindungen aus gleichseitigen Dreiecken: man nennt sie Polyiamonds. Der Glasgower Mathematiker Beirne schlug ihn vor etwa fünfzig Jahren im „New Scientist“ vor. Davon abgeleitet, wurden später  Kombinationen aus sechs Dreiecken als „Hexiamonds“ bezeichnet (Hexagon = Sechseck).
In Deutschland stellte Prof. Heinz Haber die „Hexiamonds“ in den sechziger Jahren in der Fernsehsendung „Mathematische Spielereien“, und in seiner Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ vor. Er gab den einzelnen Steinen Eigennamen, wie Kirche, Schlange oder Pfeffermühle und veröffentlichte die zwölf Teile als Puzzlespiel unter dem Titel „Verhext“ mit vielen abstrakten Legeaufgaben.
Was er damals etwas unter den Tisch fallen ließ, war die Fantasie! Professor Haber mahnte die Puzzlespieler im Begleitheft sogar in lehrerhaftem Ton: „…wir wollen ja nicht frei malen wie Picasso.“ Man möchte fragen: Warum eigentlich nicht?!
Dass sich mit den Puzzelteilen äußerst lebendige Bildmotive in der Art der Tangram-Figuren legen lassen, habe ich mit wachsender Begeisterung an meinem Küchentisch entdeckt. 
Aber Vorsicht, die 12 schwarzen Teile können süchtig machen! Über zwei Wochen hatte ich nichts anderes im Kopf, oder besser in den Händen, als Bilder von Vögeln, Katzen, Kindern, Autos – sogar eine Pistole kam am Ende dabei heraus.
Es ist ein wunderbarer Augenblick, wenn nach stundenlangem Herumgeschiebe plötzlich das letzte Teil in eine Kontur hineinpasst. Manchmal gelingt es erst dann, wenn man aufhört zu denken und den Händen freien Lauf lässt.

Danken möchte ich Willem de Poel für die freundliche Erlaubnis,
seine Entdeckung verwenden zu dürfen.


Steffen Mühlhäuser
Krastel im Februar 2007